Mittendrin im Wandel: Die RHSM beim Deutschen Stiftungstag 2024 in Hannover
Wie gestalten Stiftungen gesellschaftlichen Wandel? Was benötigen sie, um auch unter veränderten Bedingungen handlungsfähig zu bleiben? Und wie kann bürgerschaftliches Engagement sichtbarer werden? Mit diesen Fragen kam die Stiftungswelt am 14. und 15. Mai 2024 in Hannover zusammen. Die RHSM war als Ausstellerin dabei – und verwandelte ihren Stand mit dem roten Engagement-Sofa in ein kleines Filmstudio für Stimmen aus dem Stiftungswesen.
Deutscher Stiftungstag 2024: Transformation gemeinsam gestalten
„Mittendrin: Wie Stiftungen Transformation gestalten“ lautete das Thema des Deutschen Stiftungstags 2024. Mehr als 1.500 Teilnehmende trafen sich im Hannover Congress Centrum, um die Rolle von Stiftungen angesichts tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen zu diskutieren.
Klimawandel, Digitalisierung, soziale Ungleichheit und internationale Konflikte stellten den gemeinnützigen Sektor vor grundlegende Fragen. Stiftungen sind von diesen Veränderungen selbst betroffen. Gleichzeitig können sie Entwicklungen anstoßen, neue Lösungswege erproben und Menschen dabei unterstützen, Verantwortung für das Gemeinwohl zu übernehmen.
Mehr als 70 Programmpunkte näherten sich dem Thema aus unterschiedlichen Richtungen. Drei Leitfragen verbanden die Diskussionen:
Wie gestalten Stiftungen Gesellschaft mit? Wie wirken sich politische, wirtschaftliche und wissenschaftliche Entwicklungen auf ihre Arbeit aus? Und wie müssen sich Stiftungen selbst verändern, um ihrem Auftrag auch künftig gerecht zu werden?
Diese Fragen trafen den Kern dessen, was die RHSM unter verantwortungsvollem Stiftungs- und Organisationsmanagement versteht.
Transformation beginnt in den eigenen Strukturen
Gesellschaftlichen Wandel zu begleiten bedeutet für Stiftungen mehr, als neue Projekte aufzulegen oder bestehende Förderprogramme anzupassen. Transformation berührt auch die Organisation selbst.
Gremien müssen Entscheidungen unter veränderten Bedingungen treffen. Haupt- und Ehrenamt benötigen klare Zuständigkeiten. Neue Generationen bringen andere Erwartungen an Zusammenarbeit, Kommunikation und Beteiligung mit. Digitalisierung und künstliche Intelligenz eröffnen zusätzliche Möglichkeiten, werfen jedoch ebenso Fragen nach Verantwortung, Ressourcen und geeigneten Prozessen auf.
Die zentrale Erkenntnis lautet: Wirkung nach außen und Tragfähigkeit im Inneren gehören zusammen.
Stiftungen können langfristig nur dann verlässlich wirken, wenn ihre Strukturen mit ihren Aufgaben Schritt halten. Dazu gehören eine nachvollziehbare Organisation, handlungsfähige Gremien, funktionierende Verwaltungsprozesse und ein gemeinsames Verständnis von Zweck, Verantwortung und Entwicklung.
Ein Filmstudio mitten im Stiftungstag
Die RHSM wollte diese Themen in Hannover nicht allein mit Informationsmaterialien beantworten. Ihr Stand in der Niedersachsenhalle wurde deshalb als kleines Filmstudio gestaltet.
Im Mittelpunkt stand das rote Engagement-Sofa. Lichtwände, Banner, Kameratechnik und ein professionelles Filmteam schufen den Rahmen für kurze Interviews mit Menschen aus dem Stiftungswesen. Ein Bildschirm informierte ergänzend über die Arbeit der RHSM; auf umfangreiche Papierauslagen wurde bewusst verzichtet.
Unter der Einladung „Rauf aufs Sofa – zeig Dein Engagement“ nahmen Stiftungsverantwortliche, Engagierte und weitere Akteurinnen und Akteure der organisierten Zivilgesellschaft Platz.
Aus einem Messestand wurde damit ein Ort des Zuhörens.
Das rote Engagement-Sofa: Platz für persönliche Perspektiven
Ein Sofa verändert ein Gespräch. Es schafft Nähe, nimmt Tempo aus der Begegnung und bietet Raum für persönliche Antworten. Genau darin lag die Idee des RHSM-Formats.
Die Interviewgäste berichteten über die Arbeit ihrer Stiftungen, ihre persönliche Motivation und die Möglichkeiten, sich in ihren Organisationen zu engagieren. Sie sprachen über aktuelle Herausforderungen, notwendige Veränderungen und ihre Vorstellungen von einer zukunftsfähigen Stiftungsarbeit.
Im Mittelpunkt standen unter anderem Fragen wie:
Was bewegt Ihre Stiftung? Welche Verantwortung übernehmen Sie persönlich? Wo liegen derzeit die größten organisatorischen Baustellen? Was bedeutet Nachhaltigkeit für Ihre Arbeit? Und welche Unterstützung würde Ihnen helfen, Ihre Ziele dauerhaft zu erreichen?
Damit griffen die Gespräche die Leitfragen des Deutschen Stiftungstags auf und übersetzten sie in konkrete Erfahrungen aus der Praxis.
Transformation wurde nicht als abstrakter Begriff behandelt. Sie bekam Gesichter und Stimmen.
Engagement sichtbar und dauerhaft zugänglich machen
Die Interviews auf dem roten Sofa wurden professionell aufgezeichnet und anschließend digital veröffentlicht. Dadurch blieben die Gespräche nicht auf die beiden Veranstaltungstage begrenzt.
Sie machen sichtbar, wie vielfältig die deutsche Stiftungslandschaft ist und mit welchem persönlichen Einsatz Menschen in Stiftungen und gemeinnützigen Organisationen Verantwortung übernehmen. Zugleich eröffnen sie Interessierten einen unmittelbaren Zugang zu Themen, die in klassischen Fachbeiträgen häufig nur aus einer institutionellen Perspektive behandelt werden.
Die Gespräche vom Deutschen Stiftungstag sowie weitere Interviews aus der Stiftungswelt sind auf dem YouTube-Kanal der RHSM abrufbar:
Stiftungen sind mittendrin
Das Motto des Deutschen Stiftungstags 2024 machte deutlich: Stiftungen beobachten gesellschaftliche Veränderung nicht aus sicherer Entfernung. Sie sind mittendrin.
Sie fördern Bildung, Kultur, Wissenschaft, sozialen Zusammenhalt und bürgerschaftliches Engagement. Sie eröffnen Freiräume, bringen Menschen zusammen und können Themen über längere Zeiträume verfolgen. Gleichzeitig müssen sie ihre eigene Arbeitsweise immer wieder hinterfragen und weiterentwickeln.
Dabei können Stiftungen nicht jede gesellschaftliche Herausforderung allein lösen. Ihr besonderer Beitrag liegt vielmehr darin, Erfahrungen und Kompetenzen zu bündeln, Kooperationen zu ermöglichen und dort verlässlich zu handeln, wo langfristiges Engagement erforderlich ist.
Die RHSM versteht ihre Aufgabe in diesem Zusammenhang als organisierende, koordinierende und strukturierende Begleiterin. Sie unterstützt Stiftungen und gemeinnützige Organisationen dabei, Zuständigkeiten zu klären, Prozesse zu ordnen und tragfähige organisatorische Grundlagen zu schaffen. Rechtliche, steuerliche und vermögensbezogene Fragestellungen werden gemeinsam mit entsprechend qualifizierten Beraterinnen und Beratern bearbeitet.
Vom Gespräch zur gemeinsamen Verantwortung
Der Deutsche Stiftungstag 2024 zeigte, dass Transformation nicht allein in großen Strategierunden entsteht. Sie beginnt häufig in einem offenen Gespräch.
Wenn Menschen ihre Erfahrungen teilen, Herausforderungen benennen und einander zuhören, können neue Verbindungen und Lösungsansätze entstehen. Genau dafür stand das rote Engagement-Sofa der RHSM: für Sichtbarkeit, Begegnung und die Einladung, Verantwortung nicht nur zu beschreiben, sondern gemeinsam weiterzudenken.
Was in Hannover als kleines Filmstudio begann, entwickelte sich zu einem besonderen Dialogformat. Das rote Sofa wurde zu einem wiedererkennbaren Ort für Stimmen aus dem Stiftungswesen – und begleitete die RHSM auch bei weiteren Veranstaltungen.
Denn verantwortungsvolles Stiftungsmanagement beginnt mit einer einfachen, aber entscheidenden Haltung:
Erst zuhören. Dann verstehen. Und daraus gemeinsam tragfähige Strukturen entwickeln.